Effektive Mitarbeiterbindung in der Altenpflege: Wie gezieltes Coaching Krankheitsausfälle minimiert
- Joachim Beck
- 23. Aug. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Die Altenpflegebranche steht vor einer bedeutenden Herausforderung: Mitarbeiterausfälle aufgrund von psychischen Belastungen. Laut einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse betrugen die Fehlzeiten aufgrund von Krankheit im Jahr 2022 im Durchschnitt 32,1 Tage pro Mitarbeiter. Überraschenderweise entfielen 5,8 dieser Tage auf psychische Belastungen. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit innovativer Ansätze zur Reduzierung dieser Ausfälle. Die tatsächliche Anzahl stressbedingter Ausfälle liegt höchstwahrscheinlich noch höher, da viele typische Stresssymptome, wie Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme, oft nicht in den Statistiken auftauchen, da sie ohne Krankschreibung einhergehen.
Die Kosten psychisch bedingter Ausfälle
Die Auswirkungen von Krankheitsausfällen aufgrund psychischer Belastungen sind nicht nur in Bezug auf die Gesundheit der Mitarbeiter bedenklich. Sie haben auch finanzielle Folgen für die Einrichtungen. Ein einziger Krankheitstag verursacht nicht nur die Fortzahlung des Gehalts, sondern auch zusätzliche Ausgaben für Ersatzkräfte oder Aushilfen. Diese Mehrbelastung kann sogar zu weiteren Ausfällen führen, da diejenigen, die einspringen, ebenfalls überlastet werden. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, der die Produktivität und die Arbeitsatmosphäre beeinträchtigt. Die Kluft zwischen Stammbelegschaft und Leasingkräften wird größer, was zu Unzufriedenheit in der Belegschaft führt und die Attraktivität von Zeitarbeit erhöht.
Gezieltes Coaching als Lösung
Wie können Altenpflegeeinrichtungen diese finanziellen Belastungen reduzieren und gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit steigern? Die Antwort liegt in gezieltem Coaching. Standardisierte Lösungen sind oft begrenzt erfolgreich, da Stress individuell erlebt wird. Hier setzt maßgeschneidertes Coaching an. Während Gruppenprogramme zwar bewährt sind, kann die Hemmschwelle, sich vor Kolleginnen und Kollegen zu öffnen, hoch sein. Individuelles Coaching hingegen berücksichtigt die Bedürfnisse jedes Mitarbeiters.
Der Ablauf des Coachings
Der Prozess beginnt mit regelmäßigen Besuchen der Einrichtung, um Erstgespräche mit den Mitarbeitenden zu führen. Gemeinsam werden spezifische Belastungsfaktoren analysiert und erste Schritte zur Stressreduktion erarbeitet. Bei Bedarf stehen bis zu 5 vertiefende Coaching-Sitzungen zur Verfügung, entweder online oder vor Ort. Diese individuellen Sitzungen helfen den Mitarbeitenden, persönliche Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln und ein erfüllteres Arbeitsleben zu führen.
Vertraulichkeit und Mehrwert
Die Vertraulichkeit der Coaching-Sitzungen wird gewährleistet, da der externe Coach sich der Schweigepflicht unterwirft. Aber das ist nicht alles – der Coach kann der Einrichtungsleitung mit Einblicken helfen, Arbeitsbedingungen gezielt zu überprüfen. Dadurch profitiert nicht nur diejenigen, die das Coaching direkt in Anspruch nehmen, sondern die gesamte Einrichtung.
Investition in das Wohlbefinden
In der Altenpflege ist der Mensch das Kapital. Die Investition in das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist nicht nur ethisch richtig, sondern auch finanziell klug. Indem gezieltes Coaching als effektive Lösung in Erwägung gezogen wird, können Altenpflegeeinrichtungen nicht nur Krankheitsausfälle reduzieren, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit steigern. Die Zukunft der Pflege liegt in einer starken, gesunden und engagierten Belegschaft.




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